Ephraim Veithel Stiftung
März 1, 2026 in 2024, 2026, Stiftung des Monats von As

An prominenter Stelle gelegen und ein einladender Bau:
Das Ephraim-Palais in Berlin-Mitte.
Heute ein Museum zur Geschichte und Kultur Berlins, ist es auch Sitz der Stiftung.
Stiftungszweck

Dem Willen des jüdischen Stifters von 1799 folgend, fördert die Ephraim Veitel Stiftung Projekte, die das Wissen um jüdisches Leben in Deutschland fördern, gestalten und sichern.
Insbesondere Themen wie Erziehung, Kulturarbeit und Wissenschaft stehen dabei im Fokus.
Die Stiftung richtet auch eigene Veranstaltungen aus, die sie dank zusätzlicher großzügiger Förderung vor allem durch die LOTTO-Stiftung Berlin durchführen kann.
So kann die Erinnerung an die Stifterfamilie Ephraim aufrecht erhalten und überdies deren kulturelles, soziales und wirtschaftliches Umfeld weiter erforscht werden.
Geschichte der Stiftung

In seinem Testament vom 6. Februar 1799 – dessen Originalhandschrift bis heute im Landeshauptarchiv Brandenburg lagert – bestimmte Ephraim Veitel Ephraim, einer kabbalistischen Maßgabe folgend, genau »33.333 Reichsthaler und 8 Groschen Preuß. Courant« für eine wohltätige Stiftung, von deren jährlichen Kapitalerträgen fünf Sechstel jüdischen Zwecken und das letzte Sechstel der »Verpflegung armer Alter und Kranker von der herrschenden Nation« dienen sollten.

Die Stiftungsurkunde (siehe Fotos: 1. und letzte Seite der Urkunde) regelte bis ins Detail die Verwendung der Erträge des Stiftungskapitals.
Bis zur Arisierung der Stiftung, im Jahr 1934, scheint das Stiftungsanliegen gemäß des Vermächtnisses umgesetzt worden zu sein. Mit der Machtergreifung der radikal antisemitischen Nationalsozialisten setzte eine politisch gesteuerte Veränderung der Ephraim Veitel Stiftung ein. Schon am 8. Februar 1934 beschloss das Kuratorium der Stiftung, unter der Leitung des Landgerichtsdirektors a. D. Wilhelm Langerhans, den Namen des jüdischen Stifters aus dem Stiftungsnamen zu entfernen und sie fortan als »Stiftung von 1803« zu führen.
Es sollte noch bis zum Jahr 2000 dauern, bis die Stiftung wieder ihren ursprünglichen Namen und eine angepasste Satzung erhielt.
Erst im Jahr 2015 schließlich war die Zeit gekommen, die Stiftung aus ihrem der Arisierung geschuldeten Exil (Bonn) wieder nach Berlin zurückzuführen. Dies wurde 2018 umgesetzt.

Als einen Akt der »Wiedergutmachung« und als Zeichen für eine gemeinsame Zukunft und Zusammenarbeit hat die Stiftung Stadtmuseum Berlin der Ephraim Veitel Stiftung im ehemaligen Stammhaus der Familie Ephraim, dem wiedererrichteten Ephraim-Palais in Berlin-Mitte, Sitz und Gastrecht gewährt.
Erfahren Sie hier mehr über die wechselvolle, interessante Geschichte der Stiftung.
Forschung und Veranstaltungen
Die Siftung unterstützt Projekte und Publikationen zur jüdischen Geschichte.
Beiträge zu den Themen
Stefan Georges jüdische Jünger
Das Stiftungstestament von 1774
Ein Stammbuch von Giacomo Meyerbeer
Die erste jüdische Universität in Berlin
sind – u. a. – auf der Webseite einsehbar.
Zahlreiche Veranstaltungen laden darüber hinaus in das festliche Palais ein,
z. B.:

»Berliner jüdische Ärzte – Pioniere der Medizin«
Dienstag, d. 02. Juni 2026 um 19.00 Uhr
Soirée mit Vortrag, Musik und Gespräch
Kontakt
Ephraim Veitel Stiftung
c/o Ephraim Palais
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Poststraße 13/14
10178 Berlin
Quelle und Fotos
Ephraim Veithel Stiftung
Ephraim-Palais
Stiftung Stadtmuseum
(Foto oben: © Stadtmuseum Berlin | Fiona Hirschmann,
(Foto Treppenhaus: Stadtmuseum Berlin | Alexander Rentsch)