Stiftung Industrie- und Alltagskultur

Januar 4, 2015 in Stiftung des Monats von As

logo_blueMit der Stiftung Haus Europa, und der Stiftung Neue Kultur gehört die Stiftung Industrie- und Alltagskultur zu den ersten im Osten Deutschlands gegründeten Stiftungen. Sie  wurde durch das Stiftungsgeschäft am 25. September 1990 als rechtlich unselbständige Stiftung errichtet und am 28. Januar 1993 als rechtlich selbständige Stiftung vom Minister des Inneren des Landes Brandenburg genehmigt.

wartburg Hein KösterStiftungszweck
Hein Köster, der Leiter der Sammlung des Amtes für industrielle Formgestaltung (AiF) in der DDR, erhielt 1990 von Graf Strachwitz, Treuhänder des Stifters, dem damaligen Minister für Kultur der DDR, Herbert Schirmer, den Auftrag, die Bestände der Sammlung industrielle Gestaltung als Ganzes zu bewahren. Sie ist die einzige derartige Zusammenstellung, welche das Gesamtfeld Designobjektsammlung Ostdeutschlands, eine Designfachbibliothek sowie eine Designfotothek abdeckt.

Die Idee des Stifters fußte auf dem Auftrag des Artikels 35 des Einigungsvertrages – Erhaltung der kulturellen Substanz – und bestand darin, durch geeignete Maßnahmen die Sammlung industrielle Gestaltung als Ganzes zu bewahren, deren Anliegen zu unterstützen und ihre Fortentwicklung zu fördern.

designer_start_gross_neuZweck der Stiftung ist es, industrie- und alltagskulturelle Prozesse für die öffentliche Meinungsbildung zu erschließen und in ihren humanisierenden Wirkungen zu fördern. Insbesondere verwirklicht sie diesen Zweck „durch Unterstützung der Sammlung Industrielle Gestaltung“.
Foto: Hein Köster

Stiftung Haus der Geschichte übernimmt 2005 die Sammlung
Seit 2005 gehört die Sammlung mit ca. 160.000 Objekten, Büchern und Fotos zur Stiftung Haus der Geschichte. Schrittweise wird sie seitdem dokumentarisch erschlossen. Ausgewählte Objekte sind über die Online-Datenbank SINT zugänglich.
kulturbrauerei_fesnster_Cornelia Hentschel2008 wurde in der Gedenkstättenkonzeption des Bundes verbindlich festgeschrieben, dass in der Sammlung Industrielle Gestaltung in der Berliner Kulturbrauerei eine Dauerausstellung entstehen soll, „die die Geschichte der Produkt- und Alltagskultur in der DDR nachzeichnet.“ Hierfür hatte sich der damalige Stiftungsratsvorsitzende Wolfgang Thierse eingesetzt. Die Chronik der Stiftung offenbart, dass hinsichtlich des Umgangs mit dem Sammlungsgut mit der Stiftung Haus der Geschichte Uneinigkeit besteht.
Foto: Cornelia Hentschel

Ausstellung in der Kulturbrauerei
alltag in der DDRAm 16. November 2013 eröffnete im Museum in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg die Ausstellung „Alltag in der DDR“.  Sie zeigt zahlreiche Objekte aus der Sammlung Industrielle Gestaltung. Die Sammlung von Alltagsgegenständen und Designobjekten aus der SBZ/DDR gehört seit 2005 zu den Beständen der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird derzeit systematisch erschlossen.

Foto: Jahndesign Thomas Jahn

DDR-Geschichte, Diktatur, Zollkontrollen
ddr_9459jpgAuf 600 Quadratmetern verdeutlicht die Dauerausstellung an Hand von Originalobjekten, Dokumenten sowie Film- und Tonaufnahmen die Kluft zwischen Anspruch und Lebenswirklichkeit der DDR. Geschichten aus der Erfahrungswelt Einzelner veranschaulichen unterschiedliche Haltungen in der kommunistischen Diktatur, von überzeugter Anhängerschaft über versuchte Enthaltung bis zum Widerstand – der Alltag in der DDR im Kontext der SED-Diktatur.
Foto: Axel Thünker / Stiftung Haus der Geschichte

Schwerpunkt Kooperation
Die Stiftung kooperiert mit Partnern, um ihre in der Satzung festgelegten Ziele zu erreichen. Im Zuge einer inhaltlichen Neuorientierung der Stiftung gewannen diese Partnerschaften insbesondere seit 2005 zunehmend an Bedeutung.
Es besteht eine dauerhafte, enge Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Berlin Weißensee, der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle und der Hochschule Wismar und mit Museen und weiteren Partnern.

Wende-Museum in Los Angeles
wendeLogoAuch in Los Angeles gibt es eine Ausstellung von DDR-Produkten – unabhängig von der Sammlung dieser Stiftung, sehr wohl aber Zeugnis der DDR-Alltagskultur.
2006_239_001_RotatorDer Amerikaner Justinian Jampol hat dort 2002 sein Wende Museum gegründet, die größte Ausstellung für Kultur und Bildsprache des früheren Ostblocks. Er sammelte klassische Design-Gegenstände wie Radios und Sitzmöbel, Werbeplakate und Programmhefte, aber auch Zeugnisse der Unterdrückung und Überwachung wie Zwangsjacken oder ein Stiftmikrofon aus Stasibeständen.

Kontakt

Stiftung Industrie- und Alltagskultur
Geschäftstelle
Heidemühle 12
15366 Hoppegarten

Telefon: 030/58853815
Mail: info@stiftung-industrie-alltagskultur.de

Quelle und Fotos
Stiftung Industrie- und Alltagskultur
Haus der Geschichte
The Wende Museum