Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Dezember 28, 2018 in Stiftung des Monats von As


Am 22. Januar wird im ehemaligen Sowjetischen Untersuchungsgefängnis Leistikowstraße Potsdam ein neuer Ausstellungsraum eröffnet. Er gewährt einen Einblick in die Urteilspraxis Sowjetischer Militärtribunale und begleitet das weitere Schicksal der Gefangenen.

Das Untersuchungsgefängnisses Leistikowstraße ist Bestandteil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Stiftungszweck

Die Stiftung hat die Aufgabe, an Terror, Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern und die öffentliche Auseinandersetzung mit diesen Themen zu fördern. Sie erhält und pflegt die baulichen Relikte, sammelt und bewahrt die materiellen Zeugnisse und sichert die archivalischen Quellen, um sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zur Stiftung gehören:

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Als Folge der politischen Wende der DDR und der Herstellung der politischen Einheit Deutschlands ist die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen seit 1993 Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

In der Gedenkstätte informieren 13 kleinere Dauerausstellungen über unterschiedliche Aspekte der Geschichte des Ortes. Die Gedenkstätte ist ein Ort der Trauer und des Gedenkens und stellt sich zugleich den Aufgaben eines modernen zeithistorischen Museums.
Fotos: Luftaufnahme und Ausstellung „Die Zentrale des KZ-Terrors“ im ehemaligen Gebäude der „Inspektion der Konzentrationslager“, 2014 (Friedhelm Hoffmann)

Das KZ Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 als Modell- und Schulungslager errichtet. Von den mehr als 200.000 Häftlingen kamen Zehntausende durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS.

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

In Ravensbrück bei Fürstenberg ließ die SS 1939 das größte deutsche Frauen-Konzentrationslager errichten. 1941 wurde ein Männerlager, 1942 das „Jugendschutzlager Uckermark“ angegliedert.
Im Jahr 1959 wurde die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück“ als eine der drei KZ-Gedenkstätten der DDR eröffnet. Das ehemalige Lagergelände blieb bis Anfang 1994 militärisch genutzt.

1993 wurde die Gedenkstätte Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.



2013 eröffnete die Gedenkstätte im Beisein von Überlebenden die neue Dauerausstellung „Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück – Geschichte und Erinnerung“.





Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel

Im August 2012 eröffnete die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Alten Zuchthauses die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel.

Am historischen Ort der Krankenmorde und in unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen Standort der Gaskammer informiert eine Dauerausstellung auf rund 120 m² über die Vorbereitungen, die Durchführung und die Tatbeteiligten der Ermordung von mehr als 9.000 kranken und behinderten Menschen zwischen Januar und Oktober 1940. 

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wal

Am 21. April 1945 trieb die SS mehr als 30.000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen, unter ihnen Frauen und Kinder, zu Fuß Richtung Nordwesten auf einen Todesmarsch. Hunderte starben unterwegs oder wurden von der SS erschossen. Vom 23. bis zum 29. April wurden mehr als 16.000 Häftlinge im Belower Wald nahe Wittstock zusammengezogen. Sie lagerten ohne Unterkunft und Versorgung im Wald, mit Stacheldraht umzäunt und von einer SS-Postenkette bewacht.
Foto: La marcia della morde (Der Todesmarsch), Gemälde des Schweizer Überlebenden Gino Pessani (1950)

Nach mehreren Tagen trafen Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes ein, verteilten Lebensmittelpakete und setzten die Einrichtung eines Nothospitals in Scheunen der Umgebung durch. Die Häftlinge im Nothospital wurden am 1. Mai von der Roten Armee befreit.

Die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald wurde nach umfassender Neugestaltung im April 2010 anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung wiedereröffnet. Im Mittelpunkt steht das rund 20.000 m² große historische Waldgelände. Daneben befindet sich auf einem Plateau die Open-Air-Ausstellung „April 1945: Der Todesmarsch der Häftlinge des KZ Sachsenhausen“.

Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

Von 1945-1991 war die ehemalige Villa des Evangelisch-Kirchlichen-Hilfsvereins Zentrales Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Militärspionageabwehr. Die Nutzung als Geheimdienstgefängnis endete erst mit dem Zerfall des sowjetischen Geheimdienstes KGB.

Seit 2012 informiert eine ständige Ausstellung über die Geschichte des Ortes und die mit ihm verbundenen Schicksale.



Kontakt
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz 3
16515 Oranienburg
Telefon: 03301 810912; Telefax: 03301 810928
E-Mail: info@stiftung-bg.de

Quelle und Fotos
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