Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen

Oktober 29, 2015 in Stiftung des Monats von As

Sietzing201501Die Dorfkirche Sietzing ist die ausgewählte „Dorfkirche des Monats“ des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. und eine der vielen Dorfkirchen in der Region, derer sich dieser Verein annimmt.
Die 1803 erbaute Fachwerkkirche in dem nur wenige Kilometer südöstlich der Stadt Wriezen gelegen und heute zur Gemeinde Letschin gehörenden Dorfes weist Schäden an Turm und Balken auf. Um die Finanzierung notwendiger Reperaturen kümmern sich die Stiftung und der Verein.

Stiftungszweck
In Brandenburg gefährden Landflucht, Geldmangel und Säkularisierung den Bestand jahrhundertealter Dorfkirchen. An vielen dieser Kirchen konnten noch nicht einmal alle Kriegs- und Nachkriegsschäden beseitigt werden. So droht häufig ihr Verfall, der rasch zur Aufgabe dieser Bauwerke, zu ihrem Verkauf oder gar Abriss führen könnte. Es sind jedoch Kleinode der Baukunst und Kirchengeschichte, die es unbedingt zu bewahren gilt.
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Die im Jahre 2008 gegründete Stiftung unterstützt den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. bei der Pflege, Instandsetzung und dem Erhalt der Brandenburger Dorfkirchen.
Rechtlich gilt sie als eine Tochterstiftung der Stiftung KiBa – der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland.

Projekte 2015/2016
32674932Kirchen sind seit jeher Mittelpunkt der Dörfer. Was wäre, wenn es sie dort nicht mehr gäbe? Die Lücke ist schwer zu schließen, und auch, wenn die Gemeindegliederzahl stetig abnimmt, kämpfen sowohl die Brandenburgische Kirche als auch die einzelnen Gemeinde um den Erhalt der Bauwerke. Es gibt zahlreiche Fördervereine und Ortsgruppen, die engagiert für dieses Ziel arbeiten. So konnte z. B. das Dach des Schul- und Bethauses Wuschewier mit Hilfe von Fördermitteln neu gedeckt werden.
Flemsdorf01.500x350Als dringliches Projekt wird ebenfalls die Notsicherung des Kirchturms in Flemsdorf (Uckermark) unterstützt.
Auch Schwammsanierung der Kirche in Steffenshagen (Prignitz  und die Sanierung der Dorfkirche in Ferchesar gehören zu den aktuellen bzw. für 2016 geplanten Projekten. Die Kirche in Wulfersdorf (Oder-Spree) wird im kommenden Jahr ebenfallsmit Hilfe von Fördermitteln saniert werden können. Auch hier ist ein Förderverein aktiv beteiligt (siehe unten).

Beispiel: Dorfkirche Wulfersdorf
WulfersdorfLOS02.500x388Ursprünglich ein mittelalterlicher Feldsteinbau und 1670 grundlegend umgebaut, sind heute die Außenmauern verputzt. Über dem Westgiebel wurde ein einfacher verbretterter Dachturm mit einem Pyramidendach aufgesetzt.
WulfersdorfLOSInnen02.500x375Die einheitliche Ausstattung im schlichten Barock entstand im 18. Jahrhundert. Unter dem Kanzelkorb findet sich in der Predella der Satz „Es ist vollbracht!“ (Johannes 19,30), als Hinweis auf die Passionsgeschichte. Erhalten blieben auch die Altarschranken, die in den meisten Dorfkirchen inzwischen beseitigt sind. Einziger Schmuck des Kanzelaltares ist eine ornamentale bauzeitliche Bemalung, die sich auch auf dem übrigen Inventar (Taufe, Gestühl und Empore) sowie auf der geraden Balkendecke wiederfindet.

WulfersdorfLOSInnen01.500x375Aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt der schöne Orgelprospekt. Leider ist nicht mehr bekannt, welches Orgelwerk ursprünglich hier vorhanden war. Die Orgel ist gegenwärtig nicht spielbar und bedarf einer Restaurierung.

Zuvor jedoch muss das Kirchengebäude selbst instandgesetzt werden. Durch eindringende Feuchtigkeit sind die Balkenköpfe im Mauerwerksbereich stark geschädigt. Ein Gutachten listet die Schäden an Dachstuhl und Dachdeckung auf und nennt eine Gesamtsumme von etwa 150.000 Euro für die nötigsten Reparaturarbeiten.

Für die kleine Gemeinde allein ist diese Summe nicht aufzubringen.

9cae11d89d252155befb28b0cecda97c_dorfkircheIm Februar gründete sich deshalb in Wulfersdorf ein Förderverein mit bislang 17 Mitgliedern, der die Sanierung des Kirchleins vorantreiben will.

 

 

Offene Kirchen
ok-logo6Mit der jährlichen Kampagne „Offene Kirchen“ laden die Gemeinden und Orte Interessierte ein, die Kirchen zu besuchen. Neben der „Nacht der offenen Kirchen“, die inzwischen regelmäßig zu Pfingsten stattfindet, ist es innerhalb  dieser Aktion möglich, die Gotteshäuser ganzjährig anzuschauen.
In deTitel_2015.400x566r entsprechenden Broschüre werden die beteiligten Kirchen genannt. Ausführlich vorgestellt werden auch Beispiele engagierter und phantasievoller Initiativen zur Sanierung und vielfältigen Nutzung der Kirchen im Land.

 

 

Kontakt
über: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
Postfach 24675, 10128 Berlin
Fon/Fax: 030-4493051
Email: altekirchen@aol.com

Quelle und Fotos
Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen
Förderkreis Alte Kirchen
Foto Kirche Sietzing: Uwe Donath