Heinz und Heide Dürr Stiftung

März 5, 2018 in Stiftung des Monats von As

„Gespräch wegen der Kürbisse“ – zu sehen ist dieses Theaterstück von Jakob Nolte innerhalb des gegenwärtigen Spielplans des Deutschen Theaters Berlin.
Im Jahr 2016 wurde das Stück im Rahmen der Autorentheatertage uraufgeführt und als Sieger prämiert.
Gefördert wurde/wird diese Inszenierung von der Heinz und Heide Dürr Stiftung.

„Zu einer funktionierenden Gesellschaft gehört auch die Kultur. Sie setzt die Rahmenbedingungen. Deswegen engagieren wir uns in diesem Bereich.“, so umreißt Heinz Dürr einen seiner Beweggründe für das Engagement des Paares.
Foto: Das Unternehmerehepaar Heide und Heinz Dürr

Stiftungszweck
Die Stiftung fördert

  • die Wissenschaft und Forschung
  • die Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe
  • die Jugendpflege und Jugendfürsorge
  • die Kunst und Kultur

Die Stiftung kann ihre Aufgaben auch dadurch erfüllen, dass sie eigene Einrichtungen auf den vorgenannten Gebieten errichtet und betreibt.

Heinz Dürr
Der am 16. Juli 1933 in Stuttgart geborene deutsche Manager gilt als „Unternehmer-Urgestein“:

Er ist Großaktionär der Stuttgarter Dürr AG, war Vorstandsvorsitzender des AEG-Konzerns (1980-90) und Chef der Bahn:
Seit 1991 war er Erster Präsident der Deutschen Bundesbahn, ab 1. September 1991 auch Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn. Mit der Zusammenführung und Privatisierung der beiden Bahnen zur Deutschen Bahn AG im Rahmen der Bahnreform wurde er Vorstandsvorsitzender des neuen Unternehmens. Diese Position hatte er bis 1997 inne.

Während seiner Amtszeit wurde die richtungsweisende Kampagne Unternehmen Zukunft gestartet – sie zielte auf die Privatisierung der Behördenbahn, für die mit der Verabschiedung der Bahnreform 1994 der rechtliche Rahmen geschaffen wurde. Dürr initiierte unter anderem die Bahnhof-21-Projekte und die Einführung der BahnCard (1992) und des Schönes-Wochenende-Tickets.

Gemeinsam mit seiner Frau Heide Dürr rief Heinz Dürr 1998 die Stiftung ins Leben, zunächst als eine Stiftung GmbH, deren Rechtsnachfolgerin die „Heinz und Heide Dürr Stiftung“ wurde. Die Stiftung verfügt über ein Vermögen von 1,2 Mio. Dürr AG Aktien, aus deren Dividendenerträgen sie ihre Projekte finanziert.
Fotos: Heinz Dürr 2016 auf dem Energieeffizienz-Gipfel, Universität Stuttgart;
Heide Dürr, Moderatorin Anne Kyrieleis, Heinz Dürr (v.l.n.r.) auf der Veranstaltung „15 Jahre Early Excellence in Deutschland“ in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin, 4. März 2016 

Das Grundmotiv des Unternehmer-Ehepaares:
„Diejenigen, die einen gewissen Wohlstand erreicht haben, sollten der Gesellschaft etwas zurückgeben. Denn eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn sich jeder einzelne seiner Verantwortung bewusst ist und sie auch übernimmt.“ 

Projekte
Die Palette der von der Stiftung geförderten Veranstaltungen, Forschungsarbeiten und dauerhaften Projekten ist groß und vielfältig. Wir stellen Ihnen aus den Bereichen Bildung, Kultur und Forschung an dieser Stelle jeweils ein Projekt vor! Einen Überblick über das umfassende Engagement der Stiftung finden Sie hier.

Bildung: Der Deutsche KITA-Preis
Die Auszeichnung wird im Jahr 2018 erstmals vergeben. Sie würdigt beispielhaftes Engagement von Kitas und lokalen Bündnissen für frühe Bildung: Qualität gelingt am besten dort, wo alle in der Kita und in ihrem Umfeld gemeinsam dazu beitragen, dass Kinder optimal aufwachsen können.

Von über 1.400 Bewerbungen haben es insgesamt 10 Kitas und lokale Bündnisse in die Endrunde geschafft. Aktuell besuchen Experten-Teams der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung die Finalisten und machen sich ein Bild von der Arbeit und Qualität vor Ort. Wer eine der Auszeichnungen mit nach Hause nehmen darf, das gibt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung auf der Preisverleihung Anfang Mai bekannt.

Kultur: Autoren-Program am Deutschen Theater
„Auf die Bühne gehört das, was wir im Leben oft nicht verstehen.“
Heinz Dürr

Im Juni 2018 finden am Deutschen Theater Berlin die von der Dürr-Stiftung unterstützten Autorentheatertage statt. Vorgestellt werden in Lesungen sowie einer Aufführung des prämierten Stückes Ausschnitte aus ausgewählten Texten – 143 wurden eingesandt.
Die Jury prämierte: „In Stanniolpapier“ von Björn SC Deigner, „Eine Version der Geschichte“ von Simone Kucher und „europa flieht nach europa“ von Miroslava Svolikova.

Im Deutsche Theater Berlin wird „In Stanniolpapier“ von Björn SC Deigner  im Rahmen des Festivals am 22. Juni 2018 zur Uraufführung gebracht.

Forschung: Tinnitus-Projekt Charité
Bekannt ist, dass emotionaler Stress die neuronale Aktivität in jenen Bereichen des Gehirns beeinflusst, die für Gefühle, Gedächtnis und für Lernfähigkeit zuständig sind. Dagegen ist noch immer nicht zureichend untersucht, welche Auswirkungen Stress auf jene Gehirnstrukturen ausübt, die für andere Funktionen, wie etwa die Hörfähigkeit, verantwortlich sind. Vorstudien lassen vermuten, dass es im Sinn der Forschungshypothese tatsächlich Verbindungen zwischen den Stress-, Gefühls- und Hör-Systemen gibt. Ein besonderes Interesse des Projektes liegt in der Verbindung der Forschung mit der klinischen Praxis.
Das von der Deutschen Tinnitus-Stiftung Charité durchgeführte Projekt, wird von der Dürr-Stiftung finanziert.

Kontakt
Heinz und Heide Dürr Stiftung
Charlottenstraße 57
10117 Berlin
Fon: +49 (0)30 20 94 52 02
Fax: +49 (0)30 20 94 52 05
Internet: www.heinzundheideduerrstiftung.de
E-Mail: info@heinzundheideduerrstiftung.de

Quellen
Heinz und Heide Dürr Stiftung
Wikipedia (biograf. Angaben)
Foto oben: Deutsches Theater, Arno Declair
ICE und BahnCard: Deutsche Bahn
Kita-Preis: Deutscher Kita-Preis; Dariusz Misztak
Deutsches Theater Berlin
Deutsche Tinnitus Stiftung Charité