Heinz Kuckei Stiftung

Oktober 28, 2018 in Stiftung des Monats von As

Anlässlich des 100. Geburtstags des Berliner Sammlers Heinz Kuckei eröffnete in der Neuen Nationalgalerie in diesem Jahr eine sehenswerte Schau mit Leihgaben der Sammlung.
Foto: Rembrandt-Werkstatt, Esther, 1630-35 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Heinz Kuckei Collections 

Stiftungszweck
Allen Sammlern gemeinsam ist die Frage am Ende ihres Lebens: Was wird aus meinen Schätzen?
Heinz Kuckei hatte sich gewünscht, die Sammlungen erhalten zu können und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Deshalb wurde die Heinz-Kuckei-Collections gegründet.

Ihr Zweck ist die Förderung von Kunst und Kultur, von Wissenschaft und Forschung, um die Kunstsammlungen der Stiftung zu erhalten.

Die Sammlungen sollen insbesondere durch Ausstellungen in Museen und sonstigen Institutionen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Dies kann auch durch den Abschluss von Leihverträgen geschehen. Sie sollen für Forschungsarbeiten Universitäten und anderen wissenschaftliche Einrichtungen zur Verfügung stehen. Des Weiteren kann die Stiftung Stipendien in den vorgenannten Zwecken und Aufgaben vergeben.

Foto: Kanne mit Deckel. Grün glasiertes Steinzeug. H. 18,7 cm. China, Provinz Zhejiang, Fünf Dynastien oder Nördliche Song, 10. Jahrhundert. Dauerleihgabe Heinz Kuckei Collections © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst

Sammlungen
YUEGUTANG

Die Sammlung YUE GU TANG, d.h. „Studio der Freude am Altertum“, entstand in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts und umfasst jetzt 232 Objekte chinesischer Keramik vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis in das
14. Jahrhundert n.Chr.
Seit Februar 2007 ist die Sammlung eingetragen in das „Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes“.
Heinz Kuckei war auch Mitbegründer der 1990 wieder gegründeten Gesellschaft für Ostasiatische Kunst www.dgok.de. Seit 2000 war er deren Ehrenmitglied.
Im Museum für Ostasiatische Kunst Berlin sind Stücke der Sammlung zu besichtigen.

Buch: Krahl, Gisela: Yuegutang. Eine Berliner Sammlung chinesischer Keramik Berlin, G + H Verlag, 2000

ALTE MEISTER
Die Sammlung Alter Meister der Heinz Kuckei Collections umfasst zahlreiche – meist Holländische und Flämische – Gemälde aus dem 17. Jahrhundert.
Vielfach handelt es sich dabei um Landschaftsdarstellungen, aber auch um Stillleben und Portraits.
Den Grundstock der Sammlung legte Mitte der 1920er Jahre bereits der Schwiegervater Heinz Kuckeis – Walter Heilgendorff (1882-1945). Beraten von Wilhelm von Bode und Max J. Friedländer gelangen ihm bedeutende Ankäufe, an die Kuckei in den 1970er Jahren anknüpfte.

Foto: Jan Steen, Der liederliche Haushalt, 1660-70 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Heinz Kuckei Collections 

MAJOLIKA
Der Name Majolika bezeichnet im kunstwissenschaftlichen Sprachgebrauch vor allem die farbig bemalte zinnglasierte italienische Keramik insbesondere des 15. und 16. Jahrhunderts, den „Blütezeit“ der Majolika. Majoliken wurden ursprünglich als Gebrauchsgeschirr für Haushalte und Apotheken gefertigt, später auch als Luxusware mit großen Schautellern, Scherztellern und Figuren.
Diese Sammlung mit 128 Objekten entstand in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Sie war in den letzten Jahren u. a. im Kunstgewerbemuseum Berlin zu sehen. Einzelne Exponate wurden bisher in Paris, Venedig, New York, Düsseldorf ausgestellt.

Foto: Diese Majolika-Flasche aus Goethes Besitz (als Beispiel für diese Keramik; sie ist nicht Bestandteil der Kuckei Sammlung) wurde um das Jahr 1550 hergestellt. Die Vorderseite zeigt Moses, der die Trompeten blasen lässt.
Im Besitz der Klassik Stiftung Weimar, Goethe-Nationalmuseum


Heinz Kuckei

Heinz Kuckei (*26. Juni 1918 +26. Oktober 2010) wurde geboren in Chorinchen, verbrachte aber sein ganzes Leben in Berlin. Die Erfahrung von Zerstörung und Verlust vieler Werte, die die Menschen dieser Generation geprägt haben, der nicht erfüllte Berufswunsch Kulturattache, für den er ein Sprachenstudium aufnahm, könnten mitentscheidend gewesen sein für seine Sammelleidenschaft.
Heinz Kuckei war ursprünglich Gymnasiallehrer und übernahm nach seiner Eheschließung die Firma seiner Frau, so dass es ihm in den Zeiten des Wirtschaftswunders möglich wurde, viel zu reisen und sich die finanziellen Möglichkeiten zu erarbeiten, um sammeln zu können.

Er sammelte jedoch nicht nur sondern eignete sich ein enormes Wissen über die von ihm gesammelten Objekte an.
Mithilfe zahlreicher Fachliteratur, die er sich von überall auf der Welt beschaffte, beschrieb er akribisch jeden Gegenstand, forschte nach dessen Herkunft und beschaffte sich Fotos von Vergleichsstücken in Museen.
Bild: Jan van der Heyden
Stadtansicht mit elegantem Paar, 1660-80

Dauerleihgabe der Stiftung Heinz Kuckei Collections
© Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt

Diese Aufzeichnungen waren die Grundlage für die Kataloge über seine Sammlungen. In der Gemädegalerie Berlin sind Teile davon stetig zu sehen.
Foto: Sammlung in der Gemäldegalerie Berlin

Kontakt
Stiftung Heinz Kuckei Collections
Postfach 150602
10668 Berlin

Email: info(at)heinz-kuckei-collections.de

Quelle
Heinz Kuckei Stiftung