Gegen das Vergessen – Gedenken an die Reichsprogromnacht

Oktober 30, 2017 in Veranstaltungstipps von As

Mit zahlreichen Veranstaltungen wird im November bundesweit an die Reichsprogromnacht am 9. November 1938 erinnert.


»Es gibt kein Verzeihen oder gar Vergebung …«

Zeitzeugengespräch mit Leon ›Henry‹ Schwarzbaum und Anne Will 

 

Zeit:
16. November 2017, 18 Uhr

Ort:
Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum
Oranienburger Straße 28 – 30
10117 Berlin

Weitere Infos und Anmeldung (bitte bis 15. November 2017) hier.

 

 

Leon ›Henry‹ Schwarzbaum (*1921) stammt aus Hamburg und zog im Alter von zwei Jahren mit seiner polnisch-jüdischen Familie in das oberschlesische Bendzin. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht im September 1939 mussten die Schwarzbaums in das Ghetto ziehen und Zwangsarbeit leisten. Leon floh 1943, wurde jedoch festgenommen und nach Auschwitz deportiert.

Er wurde dort von Siemens-Mitarbeitern für die Zwangsarbeit ausgewählt und leistete daraufhin in Bobrek Zwangsarbeit für die Siemens-Schuckertwerke AG. Bobrek liegt knapp zehn Kilometer von Auschwitz entfernt, direkt an der Weichsel.

Dort war Schwarzbaum Zeuge, wie SS-Angehörige in der Nacht auf den 3. August 1944 die fast 3.000 verbliebenen Sinti und Roma ermordeten. Im Januar 1945 wurde er in die Lager Buchenwald, Haselhorst in Berlin-Siemensstadt und Sachsenhausen verschleppt. Im April 1945 trieb die SS ihn auf einen Todesmarsch, bis amerikanische Soldaten Leon Schwarzbaum und seine Leidensgenossen kurz vor Schwerin befreiten.
Leon ›Henry‹ Schwarzbaum lebt in Berlin.

Quelle und Fotos:

Stiftung Denkmal
projekt-ravensbrueck.de

Foto oben: Brennende Synagoge Hannover, 10. November 1938, © Historisches Museum Hannover – HAZ Hauschild-Archiv